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Hahn, Anna Katharina: Am Schwarzen Berg
Hahn, Anna Katharina:
Am Schwarzen Berg : Roman / Anna Katharina Hahn. - Berlin : Suhrkamp, 2012. - 236 S.
Ein idyllischer Stuttgarter Vorort: Emil und Veronika sind kinderlos geblieben. Dafür haben sie zu Peter, dem Sohn der Nachbarn, eine enge Beziehung aufgebaut. Nun registriert Emil bestürzt, dass Peter (inzwischen selbst Familienvater) in einem verwahrlosten Zustand in sein Elternhaus zurückkehrt: Von Frau und Kindern verlassen, hat er jeglichen Lebenswillen verloren. Das Szenario, das Hahn (vgl. "Kürzere Tage") hier ausbreitet, besticht durch sein komplexes Beziehungsgeflecht und die absolute Dreidimensionalität der Figuren, die vor allem durch die sorgsam in den Text gewobenen Rückblenden und durch wechselnde Perspektiven entsteht. Dass Emil seine Schwärmerei für den romantischen Freigeist Möricke an Peter weitergibt, und dass dieser Idealismus Peter Jahre später ins Lager der Stuttgart-21-Gegner treibt, ist mit all seinen tragischen Konsequenzen ebenso kunstvoll gesponnen wie folgerichtig. Der vielleicht unausweichliche, aber dennoch vorhersehbare Schluss ist die einzige Mattigkeit an einer (Literatur- und Zeitgeschichte überzeugend verknüpfenden) erzählerischen Glanzleistung.

